Aktuelles

28.05.20

Ursprünglich war geplant unsere Mitgliederversammlung vom 29. April auf den Monat Juni zu verschieben. Da das, nach den aktuell geltenden Bestimmungen, nicht praktikabel ist, planen wir nun wieder neu:

Mittwoch, 23.09., 19.30 Uhr

Mitgliederversammlung (mit Wahlen)

Ort: Pfarrheim St. Michael, St.-Michael-Str. 5, Siegen

________________________________________________________

19.05.20

Seit heute steht fest, dass keine unserer Veranstaltungen (bis zum Beginn der Sommerferien) mehr stattfinden werden.
Teilweise gibt es bereits Verschiebungstermine. Alle anderen ausgefallenen Veranstaltungen versuchen wir für das nächste Jahr neu zu terminieren, da das Veranstaltungsprogramm für das 2. Halbjahr bereits fertig geplant ist.
Wir bitten um Verständnis!

________________________________________________________

09.04.20

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

In unserem Rundbrief vom 09.04.20 haben wir angekündigt, dass an dieser Stelle in den nächsten Tagen voraussichtlich ein Bericht über das Leben und die Ereignisse der letzten Wochen in Israel erscheinen wird.

Oliver Vrankovic, ein Referent, der im letzten Jahr im Café Cucu in Siegen über das Alltagsleben in Israel referiert hat, hatten wir dazu angefragt.

Aktuell teilt er mit, dass es ihm leider nicht möglich ist diesen Artikel zu verfassen. Er ist in Israel als Altenpfleger tätig. Es ist leicht vorstellbar, dass er es zeitlich und auch mental im Augenblick nicht schafft dieser Aufgabe nachzukommen.

Da wir Sie aber gerne trotzdem partizipieren lassen möchten, stellen wir Ihnen an dieser Stelle einige seiner Beiträge, die er auf Facebook veröffentlicht hat, in Auszügen (unverändert) zur Verfügung. Wir haben von ihm die Erlaubnis dazu erhalten.
Da es sich um persönliche Berichte handelt sind sie natürlich subjektiv gefärbt. Das bitten wir beim Lesen zu berücksichtigen.
Wer seine ausführlichen Posts lesen möchte kann bei Facebook einfach seinen Namen eingeben. Der Oliver Vrankovic mit der Unterschrift „Kichererbse“ ist der Richtige. 🙂

 

Seine Berichte nennt er „EIN BISSCHEN CORONA AUS ISRAEL“!

 

8. März 20
Die Israelis hamstern Konserven, Nudeln, Wasser und Toilettenpapier

16. März 20
In 13 Jahren wurde ich zu verschiedenen Anlässen, die Israel in die internationalen Schlagzeilen gehoben haben, gefragt, ob ich keine Angst habe und ich hatte nie Angst. Und jetzt laufe ich ins Heim zur Arbeit. 40 Minuten zu Fuss. Weil ich Angst habe, den Linienbus zu benutzen.

17. März 20
Die Israelis haben sich etwas ganz rafiniertes ausgedacht, um die Leute zu Hause zu halten. Die Kinder mit Home learning überfrachten und Aufgaben zu stellen, die zu lösen den Eltern alles abverlangt.

18. März 20
Seit gestern gilt eine Ausgangssperre, die noch nicht mit der Staatsgewalt durchgesetzt wird. Bei mir im Viertel sind tatsächlich wenige Menschen auf den Straßen und gehen sich dort tatsächlich aus dem Weg.
Wie überall auf der Welt wird viel gehamstert und es gibt auch hier unzählige Witze über den run auf Klopapier.Bei den Orthodoxen, die seit Jahrzehnten machen was sie wollen funktioniert das social distancing wenig gut. Gestern war in Beit Shemesh eine Hochzeit mit 150 Gästen. Es war nie ein Vergnügen unweit von Bnei Brak zu wohnen. Jetzt ist es besonders unangenehm.Meine Tochter lernt von zu Hause und darf nur 10 Minuten aus dem Haus und dann nicht auf den Spielplatz. Noch funktioniert diese neue Routine nicht ohne Spannungen.
Masken fehlen überall im Land und auch sonst ist es eine Herausforderung sich hier zu schützen. Und schützen sollte man sich in einem Land, dessen Gesundheitswesen in den letzten Jahren krass heruntergewirtschaftet wurde. Die Voraussagen sind apokalyptisch (Tausende Tote).

19. März 20
Ich hab jetzt eine Art Passierschein. Ein Dokument, das mir erlaubt, mich draußen aufzuhalten, wenn es demnächst zur Durchsetzung der Ausgangssperre kommt.
Der Israelische Staatspräsident liest aus einem Kinderbuch um den Kindern die jetzt schon quälende Heimquarantäne zu erleichtern. Der Mann ist fantastisch.

20. März 20
Die Anzahl der Infektionen steigt rapide und der Wettlauf um die Schaffung von Kapazitaeten fuer die Behandlung der zu erwartend hohen Anzahl von schweren Faellen ist in vollem Gang. Hier muss in Tagen aufgeholt werden, was in Jahren versaut wurde.

22. März 20
Viel Grund nicht pessimistisch zu sein gibt die Realität hier nicht her. Breit angelegte Tests, die vom Premier jetzt schon mehrfach zur Prime Time versprochen wurden laufen sehr schleppend an. Was die Infektionsrate angeht sind wir inzwischen fast vierstellig und seit gestern pro Million bei über Hundert. Und die Ausgangsrestriktionen werden nicht nur nicht gänzlich befolgt, sondern schaffen in absehbarer Zeit Probleme ganz anderer Art.
Pessach steht vor der Tür und ich hab jetzt schon von mehreren Leuten gehört, dass sie „auf keinen Fall“ darauf verzichten, in großem Familienkreis zu feiern. Und den Leuten, die denken, die Situation wäre schlecht für die Religionen, sei gesagt, dass ich von Leuten, von denen ich es nicht erwartet hätte, höre, dass Zusammenstehen an Pessach und Rückbesinnung auf Religion hilft, Korona zu besiegen. Im Gemüseladen gestern haben sie sich gefreut, dass Tel Aviv jetzt auch Shabat hält und „auf den richtigen Weg“ kommt.
Besuch ist im Heim schon seit einer Woche nicht mehr erlaubt, auch nicht von den eigenen Kindern.

25. März 20
Gesundheitskrise, Wirtschaftskrise, politische Krise. Drei in dieser Art beispiellose Krisen zur gleichen Zeit.

27. März 20
Gesundheits- und Wirtschaftskrise haben sich noch einmal verschärft. 2639 Kranke und acht Tote und ein Premier, der gestern Abend unmissverständlich klar gemacht hat, dass die volle Ausgangssperre um die Ecke ist und seit heute Polizei auf den Straßen um die Leute nach Hause zu schicken. Auch in den orthodoxen Städten und Vierteln. Berichte über die Anzahl der Beatmungsgeräte im Land sind sehr beunruhigend. Die Arbeitslosenquote von 21.2% in einem Land, das seit Jahren Vollbeschäftigung kennt und in dem Arbeitslosigkeit ein hartes Los ist vermiesen die Stimmung noch weiter.

31. März 20
Israel hat gestern paar Millionen Masken besorgt und damit einen der vielen Engpässe bei der Verhinderung der Ausbreitung von Korona zumindest temporär beseitigt. Das Heim hat heute eine Ladung Masken erhalten. Bekommen jetzt pro Schicht eine zugeteilt und müssen sie nicht mehr selbst irgendwo besorgen um der Pflicht sie bei Arbeit zu tragen nachzukommen.

02. April 20
6808 Infizierte (787/1 Mio., vgl. D 975/1 Mio.), davon 1000+ in Bnei Brak (451/100.000).
Bnei Brak, wo die Zahl der Neuinfektionen/Tag zehnfach höher ist als in Tel Aviv, und die Infektionsrate vermutlich bald bei 1/3 liegen wird, ist inzwischen abgeriegelt.
Die Ausbringung der Kranken in Korona Hotels koordiniert die Heimatfront, die sich an die Polizei wendet, wenn dafür Gewalt nötig ist. Die Polizei ist mit Fallschirmjägern und Kommandosoldaten verstärkt.
Die sogenannte Jerusalem Fraktion, eine extreme Sekte, widersetzt sich bis heute den Anweisungen des Gesundheitsministeriums und betreibt weiter Schulen und öffnet Synagogen.

6. April 20
Ein Teil der Lobby des Heims ist gegen den Vorhof verglast. Zwischen diesem Teil der Lobby, in dem der Fernseher steht, und der Straße, sind Büsche gepflanzt, ein kleiner Weg führt aber direkt an den Scheiben vorbei. Dort finden sich in letzter Zeit öfters Angehörige ein, die ihre Liebsten dann durch das Glas sehen und dabei mit ihnen am Handy reden. Es ist herzzerreisend.

7. April 20
Die nächsten Tage werden für das weitere Schicksal dieses Landes entscheidend sein. Die israelischen KKH sind für eine große Zahl von Intensivpatienten nicht gerüstet und entsprechend gilt die größte Aufmerksamkeit der Zahl der Korona Infizierten, die beatmet werden müssen. Noch steht Israel gut da.
Nach vermeintlich starkem Beginn im Kampf gegen die Ausbreitung von Korona mit entschlossen verhängten Restriktionen und dem Versprechen die Tests auf 30.000/Tag zu erhöhen, gab es zuletzt die Ernüchterung. Die Zahl der Tests reicht nicht nur nicht annähernd an 10.000/Tag heran, sondern stagniert, bzw. ist die letzten Tage sogar rückläufig.
Zu Beginn der vergangenen Woche bekam Israel mit einem sprunghaften Anstieg der Anzahl der Infizierten die Quittung dafür, mit den Restriktionen (auch auf Anraten des Gesundheitsministers!) bis nach Purim gewartet zu haben und sich danach lange blind gegenüber den Ultraorthodoxen gezeigt zu haben, denen die verhängten Einschränkungen zu großen Teilen so egal waren, wie ihnen die staatlichen Regelungen des Zusammenlebens auch sonst egal sind.

8. April 20
Mein 10. Seder Abend im Heim und alles wird anders sein als bei den vorangegangenen Seder Abenden. Das Essen wird hoffentlich ***** sein wie man es hier an Feiertagen gewohnt ist, aber gegessen wird es isoliert und abgeschnitten von den Familien. Auf der Pflegestation haben wir sonst die Tische zu einem großen Kreis gestellt und feierlich gedeckt (wofür wir von der Feiertagsschicht extra früher gekommen sind) und den Tisch für den Rabbi vorbereitet, der die Geschichte liest, und für den Musiker aufgebaut, der Pessach Lieder zum Besten gibt. Heute stellen wir sicher, dass die Tische weit genug auseinanderstehen. Familien werden keine da sein.
Um zu verhindern, dass sich der Virus heute Abend in Israel krass verbreitet wurden Maßnahmen getroffen, die dies wirklich verhindern könnten und auch meine pessimistische Einschätzung korrigiert haben. Die eine Maßnahme von Seiten des Staates besteht aus 46 Straßensperren quer durch das Land und unzähligen Checkpoints an Ein- und Ausgängen zu Städten (in Jerusalem sogar an Ein- und Ausgängen zu verschiedenen Vierteln) seit gestern Abend und einem Verbot sich mehr als 100m vom Haus wegzubewegen ab heute 15 Uhr. Zur Durchsetzung werden Polizei und Armee überall präsent sein. Es sollte also schwer möglich sein die geplanten großen Zusammenkünfte durchzuziehen.

09. April 20
Es hat funktioniert und uns etwas vor Augen geführt, was uns über die heftigen Grabenkämpfe hinweg aus dem Blick geraten ist. So aggressiv hier gestritten wird und so oft dabei alle roten Linien überschritten werden, so sehr weiß man bei Gefahr zusammenzustehen. Auch wenn dies bedeutet DEN Festtag des Jahres, an dem sich traditionell mindestens zwei Dutzend Angehörige einer Familie zusammenfinden, nur mit denen zu begehen, die in der gleichen Wohnung wohnen.
In verschiedenen Ecken des Landes wurde über die Balkone hinweg zusammen gesungen und auf Kanal 2 wurde in einer nicht endenden Schalte zwischen unzähligen Häusern von Prominenten die Hagadah gelesen und wurden Lieder gesungen. Von Rivlin über Netanyahu und Gantz bis Lapid und Shaked und von Herzog über Ori Sasson, Bar Rafaeli bis Sarit Haddad, Shlomi Shabat, Rita und Eyal Golan. Alle Promis feierten den Seder Abend augenscheinlich entsprechend der Vorgaben des Gesundheitsministers. Fast alle. Die Ausnahme machte – Überraschung – Netanyahu, der, obwohl in Quarantäne, einen Meter entfernt von seinem Sohn Avner, der nicht mit ihm wohnt, saß.
Die fast vollständige Ausgangssperre (erlaubt war sich bis zu 100 Meter vom Haus wegzubewegen) ist seit heute morgen aufgehoben und die generelle Regelung wieder in Kraft (wonach es ebenfalls nicht erlaubt ist sich mehr als 100 Meter vom Haus zu entfernen, außer zum Einkaufen). Die Straßensperren und Checkpoints und das Verbot sich zwischen Städten zu bewegen werden morgen früh aufgehoben.

11. April 20
Liebe Israelfreunde: Kein Regelflugbetrieb bis September.

14. April 20
Die Altenheime rücken in den Fokus der Krise und die Armee wacht jetzt über die Eingänge und wir wurden endlich getestet. In der Gesellschaft macht sich zunehmend Disziplinlosigkeit breit und dies angefeuert durch Übertretung der Restriktionen ausgerechnet durch diejenigen, die Vorbild sein müssen. Und die größte Herausforderung nach Pessach – Maimouna – steht an.

16. April 20
Testergebnis da. Negativ. Lasst euch umarmen. Virtuell.
Hunderte Ultraorthodoxe haben gestern Abend dicht aneinander gedrängt in den Straßen von Mea Shearim gebetet.

20. April 20
Heute Abend beginnt der Gedenktag an die Opfer des Holocaust und die Helden des Widerstands. Das Gedenken findet in diesem Jahr im Schatten von Korona statt und bedeutet für die letzten Überlebenden, isoliert von ihren Familien zu sein, Kindern, Enkel, Urenkel, die für sie den späten Sieg über die Nazis bedeuten. Nicht wenige Korona Opfer in Israel waren Holocaust Überlebende. Der Tag des Gedenkens wird sonst mit der Schließung des Vergnügungsbetriebs eingeleitet, die dieses Jahr auf den Straßen kaum spürbar sein wird, da der Vergnügungsbetrieb schon seit einem Monat ruht. Gleichwohl wird die Umstellung des TV Programms auf ausschließlich Holocaust Dokumentationen die Erinnerung in jedes Haus tragen, in dem der Fernseher zum Mittelpunkt des Lebens geworden ist. Noch mehr im Schatten der Seuche wird das Gedenken an die Gefallenen der Kriege und die Opfer des Terrors in einer Woche stehen, da die Israelis an diesem Tag zu Hunderttausenden auf die Friedhöfe gehen. Die Absage der Feiern des Unabhängigkeitstags, der unmittelbar an den Gefallenen Gedenktag anschließt wird nach dem Verhindern von Zusammenkünften zu Pessach und Maimouna zu einer weiteren Herausforderung für die Polizei. Dieser Tag sieht sonst Millionen von Israelis am Abend zu den Tausenden Konzertbühnen und Hunderten von Straßenfesten strömen und am nächsten Tag bei BBQs. Zu allem kommt dann noch der Fastenmonat Ramadan, der bei einem Anteil von Muslimen von 1/6 im Land auch eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellt.
Von uns mit großer Sorge verfolgt wurden gestern einige der strengen Restikonen gelockert. Die Rücknahme mancher Einschränkungen und die teilweise Öffnung des Landes erfolgte in kaum zu überbietender chaotischer Weise. Die neuen Regelungen wurden vom Premierminister zur Prime Time verkündet und vom Gesundheitsministerium zirkuliert und danach erst im Kabinett diskutiert. Die Ausführungen des Premiers, der inzwischen auf fast zweieinhalb Stunden Prime Time Auftritt ohne Rückfragen kommt, waren so kompliziert, dass danach in den sozialen Medien verkündet wurde, dass das Technion Jeden, der sie verstanden hat, in jeden Studiengang aufnimmt. Die Ansprache am Samstag Abend kreierte ein Durcheinander und vieken Ladenbesitzern war Sonntag nicht klar, ob sie ihr Geschäft nach den neuen Richtlinien öffnen dürfen oder nicht und unter welche Bedingungen genau sie für eine Öffnung erfüllen müssen. Inzwischen wurde etwas Aufklärung betrieben und im Prinzip bleiben Spielzeugläden und Geschäfte in Einkaufszentren mit mehr als 15 Geschäften geschlossen, während andere Geschäfte öffnen dürfen, wenn sie Kundendaten festhalten und auf Masken, Abstand und Desinfektion achten. Take Away ist noch nicht erlaubt.
Eine große Kontroverse gibt es hinsichtlich Friseuren und Schönheitsstudios. Beides beginnt sich als Schwarzmarkt mit Heimbesuchen zu formieren und um dem entgegenzuwirken sollen spezielle Richtlinien erstellt werden, die zumindest die Öffnung von Friseuren in absehbarer Zeit ermöglicht. Wer Israel halbwegs kennt weiß, dass Nägel und Wimpern machen auch dringend geregelt werden muss.
Firmen dürfen wieder 30% der Angestellten in der Firma selbst beschäftigen und die Rate soll schrittweise erhöht werden.
Die Öffnung geht vor Allen den Selbstständigen nicht weit genug und ein großer Protest gestern hat vor Augen geführt, wie gefährlich deren Unzufriedenheit dem ohnehin stark angeschlagenen politischen System werden kann. Zu einer Art Stimme der Selbstständigen, die fatale Folgen im Fall einer Aufrechterhaltung eines strengen Korsetts für die Wirtschaft voraussagen, wurde ein Falaffelverkäufer aus Diashow, der gestern die Zuschauer der Hauptnachrichten zu Tränen gerührt hat.
Zur Rücknahme persönlicher Einschränkungen gehört die Erweiterung des Radius, in dem es erlaubt ist Sport zu treiben auf 500 Meter vom Haus, während sonst die 100 Meter noch gelten. Beten in Gruppen bis 19 im Freien unter Einhaltung des Abstands ist jetzt erlaubt. Bei der Regelung der gemeinsamen Kinderbetreuung setzt es bei mir aus. Irgendwas mit drei Familien, die sich fest zusammentun und feste Betreuerin für bis zu drei Kinder aus verschiedenen Familien. Und das allerwichtigste Problem wurde bisher ganz ausgeklammert. Und dass obwohl eine Rückkehr der Angestellten in die Firmen ohne eine Wiederaufnahme des Unterrichts in der Schule überhaupt nicht möglich sein wird. Aber wie in jedem anderen Land tut sich hier eine Zwickmühle auf. Gehen die Kinder nicht zur Schule können die Eltern nicht zur Arbeit. Zudem kommt in einem Land, in dem die sozioökonomische Ungleichheit besonders krass ausgeprägt ist dazu, dass das digitalisierte Lernen von Weitem die Ungleichheit in einem Land reproduziert, in dem ein Teil der Kinder aus IT Familien kommt und ein Teil der Familien keinen Computer oder nur einen Computer für drei oder vier Kinder hat. Und die Belastungsgrenze ist bei den ärmeren kinderreichen Familien ohnehin erreicht. Auf der anderen Seite werden Kinder hier wie überall sonst andere Kinder anstecken und diese dann ihre Eltern und diese dann je nachdem wo sie arbeiten die Risikogruppen (oder sie gehören sogar selbst dazu).

26. April 20
15.398 Infizierte (8.596 aktive Fälle), 200 Tote, 100 Beatmete.
Wie fragil die bisherigen Erfolge im Kampf gegen den Virus sind, zeigt ein Ausbruch in Netivot, der einer unerlaubten Zusammenkunft an Pessach gefolgt ist und die Abriegelung der Stadt zur Folge hat.
Der Einsatz der Polizei in Mea Shearim hat inzwischen zu einigen gewaltsamen Zusammenstößen geführt.
Die Pflicht Masken zu tragen wurde über eine Woche lang nicht durchgesetzt. Erst jetzt ist die Polizei mit den entsprechenden Strafzetteln, mit denen Verstöße geahndet werden, unterwegs.
Die angesichts von inzwischen 1,1 Mio nicht Beschäftigten notwendige Öffnung mit dem Gebot der weiteren Eindämmung der Seuche zu verbinden scheint ganz ganz schwierig. Seit heute sind alle Straßengeschäfte offen, Friseure und Schönheitssalons und von außen betretbare Geschäfte in den Einkaufszentren. Alles unter den strengen Vorgaben Fieber der Kunden zu messen und ihre Daten aufzunehmen. Take away und die Aufhebung der Entfernungsbeschränkung für Sport treibende (derzeit 500 Meter) werden nächste Woche in Kraft treten.
Eine große Kontroverse gibt es natürlich auch um den Gedenktag für die Gefallenen. Für viele Familien ist der Gedanke, nicht an die Gräber zu können, unerträglich. Hinsichtlich des Unabhängigkeitstag scheint dagegen so etwas wie eine geteilte Einsicht da zu sein, nicht zu Millionen draußen zu feiern. Ausgetauscht wird sich statt dessen darüber, wie (un)verantwortbar es ist, wenn evtl. zwei Familien sich zum BBQ zusammentun.

05. Mai 20
Abgesehen von einigen flaws wie dem Herauszögern nach Purim und der nicht nachvollziehbaren vielfachen Nicht-Durchsetzung am Flughafen haben die früh verhängten und Schlag auf Schlag verschärften Restriktionen, wie Ausgangssperren an Feiertagen, Abriegelung von Infektionsherden, Tracking und Isolierung von Menschen, die mit Infizierten in Kontakt gekommen sind und ein generelles Verbot, sich ohne Grund mehr als Hundert Meter vom Haus weg zu bewegen, dazu geführt, dass die Kurve weit vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems abgeflacht wurde. Die vergleichsweise niedrige Sterberate hat mit der Altersstruktur zu tun aber auch, wie der Kommentator Amnon Abramovich herausstellte, mit der vorzüglichen Arbeit der Ärzte, Schwestern, Pfleger und SozialarbeiterInnen in der Krisensituation und Abramovich erinnerte daran, dass unter diesen Helden viele Araber sind.
Die Kehrseite der erfolgreichen Eindämmung von Corvid-19 in Israel ist der immense Schaden für Wirtschaft und die mehr als eine Million Menschen, die im unbezahlten Urlaub sind oder ihr Auskommen ganz verloren haben. Die Spannungen, die durch Geldnot, Zukunftsängste und stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit katalysiert werden, entladen sich immer öfter in Gewalt.
Das Dilemma für Israel besteht darin, dass die Öffnung, die anhand der Zahlen geboten scheint, und immer weiter forciert wird, die Gefahr birgt, alle Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus einzubüßen.
Inzwischen wurde das Anfangschaos der Ladenöffnungen dahingehend aufgelöst, dass fast alles offen ist und bald alles. Die Malls werden Donnerstag öffnen und auch die Öffnung von Fitnessstudios, der Gastronomie und der Hotels ist nur noch eine Frage der Zeit. Verhindert soll dass Ansteigen der Zahl der schwer Kranken auf 200, das ein Wiederinkrafttreten der Restriktionen auslösen würde, trotz der Öffnung durch das lila Siegel, dass ähnlich einem Kosher Zertifikat, anzeigt, dass in betreffendem Geschäft alle Vorgaben wie Fiebermessen und Abfragen der Kundendaten befolgt werden. Für Gastronomie und Hotels müssen wie zuvor für Friseure, zusätzlich passende Vorgaben gefunden werden.
Mit dem Aufheben der 100 Meter Beschränkung fällt auch die Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit. Und auch das Kontaktverbot zu älteren und damit gefährdeten Menschen wird aufgeweicht und Treffen zwischen Verwandten ersten Grades erlaubt.

 

Mit diesem Beitrag endet die Reihe „Ein bisschen Corona aus Israel“. 
Wir hoffen Ihnen damit einen kleinen Einblick in diese besondere Zeit aus israelischer Sicht geliefert zu haben und danken Oliver Vrankovic für seine Genehmigung.

Beim Lesen stellt man immer wieder fest, dass Vieles ähnlich verlaufen ist und verläuft, wie hier in Deutschland und dass auch Vieles ähnlich gehandhabt wurde und gehandhabt wird wie hier.

_____________________________________________________________

 

09.04.20

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

Aus gegebenem Anlass verschieben wir unsere Veranstaltung vom 22.04.20 („Die Angstprediger – wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“) auf den 17.08.20.

Unsere Mitgliederversammlung, die auf den 29.04.20 terminiert war, hoffen wir im Juni nachholen zu können.

Sollten auch weitere Veranstaltungen von der aktuellen Situation betroffen sein, so informieren wir Sie an dieser Stelle.

Bleiben Sie gesund!

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Oster- und Pessachzeit!

Vorstand und Geschäftsführung

_______________________________________________________________

 

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

Aus gegebenem Anlass müssen wir mitteilen, dass unsere geplanten Veranstaltungen am 19. und 26.03.20 abgesagt werden.

Anfang April beurteilen wir, ob die Veranstaltungen im April (22.04. und unsere Mitgliederversammlung am 29.04.20) stattfinden können. Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem laufenden.

Telefonisch und per E-Mail ist Ihre Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland weiterhin für Sie, dienstags und donnerstags, erreichbar.
Sollten Sie uns nicht direkt telefonisch erreichen, dann melden wir uns zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Das Büro ist b.a.w. geschlossen.

 

Es fühlt sich komisch an diese Zeilen zu schreiben.

Vermutlich wird es auch in Deutschland relativ kurzfristig zu einer Ausgangssperre kommen. Wir werden zuhause bleiben müssen, um dem Virus die Verbreitung zu erschweren. Nur so kann sichergestellt werden, dass unsere medizinischen Kapazitäten nicht überlastet werden und das Lieferketten erhalten bleiben.

In jeder Krise liegt aber auch eine Chance!!!

Bücher lesen, mal wieder Freunde anrufen, die man lange nicht gesprochen hat, guten Wein trinken, Kuchen backen, musizieren, Liegengebliebenes erledigen, in der Sonne sitzen, … .

Entschleunigung erfahren, Achtsamkeit leben und Solidarität zeigen, wo Andere (kranke oder ältere Menschen) vielleicht unsere Hilfe benötigen!

In diesem Sinne!
Passen Sie gut auf sich auf. Bleiben Sie gesund.

Herzerwärmte Grüße und Shalom aus der Spandauer Str. in Siegen,

Vorstand und Geschäftsführung

________________________________________________________________

 

Der deutsche Koordinierungsrat (DKR) hat, als Dachverband der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland, Stellung zum rechten Terror in Hanau bezogen.

Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier:

Pressemitteilung Deutscher Koordinierungsrat Hanau Rechter Terror

__________________________________________________

 

Messianische Juden und die Judenmission – Positionierung

Wer glaub- und vertrauenswürdig im Gespräch mit jüdischen Freundinnen und Freunden sein will, wird die Begegnung mit jüdischen Menschen als Geschenk des Vertrauens nach den schrecklichen Verbrechen der Shoah achtsam und lernbereit und in Dankbarkeit als etwas ganz und gar nicht Selbstverständliches annehmen.

Ausgeschlossen ist damit im Vorhinein dem jüdischen Glauben mit missionarischen Absichten zu begegnen, weil Israel im ungekündigten Bund mit Gott steht und deshalb nicht mehr zu ihm geführt werden muss. Das Jesuswort: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh. 14, 6) ist hier also keine Option, weil das Volk Gottes schon dort ist.

„Als Christen wissen wir, dass wir unser Heil einem Juden verdanken, den der Gott Israels beauftragt hat uns Heil zu schenken – im ursprünglichen Sinn des Wortes“.  (Heinz Kremers, ev. Theologe).

Denn ein Messias ist ein von Gott durch Salbung zu einem besonderen Heilswerk beauftragter Mensch. Durch den Juden Jesus wissen wir Christen uns untrennbar mit den Juden verbunden und warten mit ihnen auf die endzeitliche Erfüllung aller Verheißungen Gottes, die im Messias bestätigt, aber noch nicht endgültig eingelöst sind.

Solange wir miteinander unterwegs sind, kämpfen wir gemeinsam mit den Juden für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden. Damit tritt an die Stelle des Entfremdenden und Trennenden das gemeinsame Tun mit dem gegenseitigen Anreiz, der Tora und dem Messias gemäß zu leben und gemeinsam zu warten, solange noch Zeit ist.

Wir sehen es als Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit als unsere Aufgabe, gemeinsam als Juden und Christen füreinander und voreinander Zeugen Gottes zu sein und deshalb miteinander gegen Rassismus, Ungerechtigkeit, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus einzutreten und je in unserer Berufung Zeugen Gottes vor der Welt zu sein. Wir konstatieren dabei, dass keine der beiden Glaubensweisen besser oder höher einzustufen ist und verwahren uns gegen jegliche Versuche Juden zu missionieren.

Wir warnen auch davor, die reiche, theologische Tradition des Judentums zu unterlaufen, indem wir durch Annexion jüdischer Rituale und Festtage als Christen noch einmal das Judentum heimlich enterben. Wir sind ausgesprochen dankbar, dass wir uns heute wieder durch jahrzehntelange Vertrauensbildung auf Augenhöhe begegnen können. Von einigen Juden wird die Annexion als Enterbung oder gar Holocaust mit anderen Mitteln oder als Vollendung der Shoah bezeichnet und empfunden. Ein Teil der messianischen Juden empfindet das Judentum ohne Christusglauben jedoch als defizitär.

In der Hauptvorlage 1999 der Evangelischen Kirche von Westfalen „Gott hat sein Volk nicht verstoßen“ heißt es auf Seite 53f. dazu:

Angesichts der mit so viel Schuld gegenüber dem Judentum beladenen Geschichte der christlichen Kirche sind Versuche, Juden von ihrem Judentum abzubringen, abzulehnen. Juden müssen christliche Bekehrungsabsichten als Bedrohung empfinden. Eine Mission, die Angst einflößt, kann sich nicht auf den Sendungsauftrag Jesu Christi berufen.

Doch gebietet nicht nur die Scham den Verzicht auf ´Judenmission´. Gerade durch Erkenntnis und Eingeständnis der Schuld sind grundlegende biblische Aussagen über Israels fortdauernde Erwählung und seine bleibende Bedeutung wiedergewonnen worden. Es sprechen daher auch positive Gründe dafür, der Judenmission bewusst und mit voller Überzeugung abzusagen. Damit wird respektiert, dass Gottes Bundestreue gegenüber seinem Volk nicht hinfällig geworden ist und dass das Volk Israel seinerseits dem Weg mit Gott in Treue zu entsprechen sucht. Bedenkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Beobachtung, dass es im Neuen Testament keinen Hinweis auf ein missionarisches Wirken von Heidenchristen gegenüber Juden gibt.

Wenn es zu Konversionen vom Judentum zum Christentum und vom Christentum zum Judentum kommt, so sind sie als persönlich verantwortete Entscheidungen zu respektieren.“

Wenn messianische Juden und messianische Christen zu uns stoßen, erwarten wir Respekt und Sensibilität und dulden keine Aktivitäten, die den Anschein erwecken Juden zum Übertritt zum Christentum zu bewegen.

Mit unseren Partnern und Partnerinnen aus Israel befinden wir uns seit über 6 Jahrzehnten im kritischen Dialog und danken für die Bereitschaft dieser bereichernden Ermöglichung.

(Beschlussfassung des Vorstandes auf einem Arbeitswochenende in Attendorn im November 2019)

____________________________________________________________________

 

Auf vielfachen Wunsch veröffentlichen wir gerne den Text der Rede, die unser jüdischer Vorsitzender Alon Sander während der Gedenkstunde gehalten hat:

Liebe Freundinnen und Freunde, meine hochverehrten Damen und Herren,

wie an jedem anderen Jahr seit über 60 Jahren versammeln sich hier an dieser Stelle Menschen, denen das Erinnern an die Vergangenheit wichtig ist. Wichtig, um eine Gegenwart besser zu betrachten und zu verstehen, damit eine bessere Zukunft gestaltet werden kann. Das ist der Sinn des Gedenkens, der Grund zur alljährlichen Gedenkstunde an diesem Ort.

Der Ort, an dem die Synagoge Siegens stand. Eine Synagoge, die Integration in der Stadt sowie einen Beitrag für das gemeinsame Leben im Siegerland und dessen Kultur symbolisieren wollte. Eine Synagoge als Treffpunkt einer jungen, frischen jüdischen Gemeinde, um das jüdische Leben und jüdische Kultur zu gewähren – in einem herausfordernden, ländlichen siegerländer Kontext. Eine Synagoge als Ort der Bildung für Jugendliche. Eine Synagoge zum allwöchentlichen Torah-Lesen und zum täglichen Beten.

Vor genau 81 Jahren, am 10. November 1938, wurde der landesweite Befehl auch in Siegen vollzogen. Die Synagoge war in Brand gesetzt worden, die Zuschauer stellten sich davor, die Feuerwehr sorgte dafür, das naheliegende Gebäude kein Feuer fingen. Mitten in Siegen brannte das Haus Gottes lichterloh. Die heiligen Schriften, vor allem die Torah-Rollen, die eine Synagoge erst zu einer solchen machen, brannten. Fetzen flogen zerstört und verkohlt durch die Luft. Das Gebäude brannte und wurde verwüstet, mit ihm brannte das jüdische Leben in Siegen und wurde unwiderruflich zerstört, für immer.

Diese verbrecherischen Taten richteten sich gegen andere Deutsche, weil sie eben anders waren. Deutsche haben andere Deutsche angegriffen: in der Öffentlichkeit, im Tageslicht und unter der schweigenden Billigung der Gesellschaft. Deutsche haben andere Deutsche grundlos verhaftet, deren Besitz zerstört oder beschlagnahmt, ihnen Angst und Schrecken eingejagt, über 1300 ermordet.

Mit ihrem Wahn haben sie Deutschland ins Verderben geführt – nicht nur wegen des Kriegs. Die Kriegsschäden konnten wieder aufgebaut werden. Von der Zerstörung allen jüdischen Lebens hat sich Deutschland aber noch nicht erholt. Kulturell, gesellschaftlich, wirtschaftlich. In den letzten Jahren gab es aber Hoffnung. Jüdisches Leben blühte wieder auf, zarte Pflänzchen wuchsen, geschützt in Gewächshäusern. Jüdische Stimmen waren wieder vernehmbar in gesellschaftlichem Diskurs. Die Zeit schien reif, eine Rückkehr zu Normalität in Aussicht zu stellen. Vom Deutschland zu sprechen, das seine Juden schützt und unterstützt. Von den Deutschen, die ihre historischen Lehren verinnerlicht haben und sich bewusst dem Hass in den Weg stellen. Und dann kam Halle.

Vor einem Jahr waren wir hier auch verstört – in den USA, wo ein ganz anderer Klimawandel innerhalb der Gesellschaft stattfindet, hat ein Rechtsextremist eine Synagoge in Pittsburgh angegriffen. In einem Land, in dem jüdisches Leben sicher schien. Eine antisemitische Welle von Schandtaten folgte. Aber von hier, von der anderen Seite des Atlantiks schien es eine politische Entwicklung zu sein. Eine amerikanische Singularität.

Ein Jahr später haben wir ein Problem. Es sind längst nicht mehr „Alarmsignale“, wie Frau Kramp-Karrenbauer nach dem Attentat von Halle behauptete – die Alarmsignale verstummten schon vor Jahren. Wir befinden uns mittlerweile in einem Kampf. Das Wegducken hilft nicht mehr. Auch nicht die öffentliche Betroffenheit und auch nicht die selbstverständlich allerorts vernehmbare Verurteilung durch Verlautbarungen und Erklärungen. Das Problem ist hier und es geht nicht weg.

Hier muss ich ganz deutlich und klar sein: Nicht die Juden haben ein Problem. Antisemitismus ist kein neues Problem für Juden. Er ist aber ein Problem für Deutschland. Ein Problem, das alle Deutschen betrifft. Er ist ein Angriff auf die deutsche Gesellschaft, er stellt einen Widerstand gegen unsere Verfassung dar. Jahrzehnte lang konnten Deutsche sich damit trösten, dass Juden wieder, oder immer noch, in Deutschland leben. Als Beweis, dass die NS-Zeit vorbei ist und dass ein neues, sensibilisiertes Deutschland Fortschritt macht. Juden wurden akzeptiert, als Phänomen beachtet und beschützt. Aber das Judentum wurde nicht in die deutsche Gesellschaft integriert. Juden bleiben ‚die Anderen‘, sie sind nicht ein Teil von „Wir“, schon gar nicht von „Wir Deutschen“.

Dazu schreibt der ehemalige ARD-Korrespondent Richard Schneider in einem vielbeachteten Artikel in der „Zeit“: „Das ist die bittere Erkenntnis, der wir Juden in Deutschland uns stellen müssen: Wir sind nur ein Alibi. Was also muss noch passieren, bis auch wir begreifen: Es reicht?“

Schneider ist ausgewandert. Seit Jahren warnen Juden und Sozialforscher vor dem virulenten Antisemitismus, der nie weg war. Nur eine Zeit lang versteckt. Es hieß immer wieder zur Antwort: „ganz schlimm, aber…“ Nach dem „aber“ kommt immer das Wichtige: es sind nur ein paar Wenige, oder: das nehmt ihr zu eng, es ist nicht so gemeint, oder: das hat nicht mit Euch zu tun, es ist eine Reaktion auf was anderes…

Antijüdische Äußerungen am Stammtisch oder beim Tischgespräch, Redewendungen, die ohne Bedacht benutzt wurden, verstohlene verächtliche Blicke. Sie existierten weiterhin. Alle Juden in Deutschland erleben sie. Auch die positiven Vorurteile: die Juden sind ach so intelligent. Ihr wisst über Geld Bescheid. Und so weiter. So oder so: Die Juden stehen immer für etwas anderes, etwas was man selber nicht ist. Kein Wunder, dass Forschungen immer wieder herausfanden, Deutsche möchten keine eigenartigen jüdischen Nachbarn. Oder glauben, Juden haben zu viel Macht in der Welt, zu viel Einfluss in den Medien. Die Zahlen sind immer gleich: zwischen zwanzig und dreißig Prozent der Deutschen. Latent noch mehr. Und diese werden nicht von Trauerbekundungen oder von Betroffenheit beeindruckt. Und sie werden immer schamloser, direkter, konkreter. Mittlerweile fühlen sie sich wohl in einer Gesellschaft, zu der sie gehören, in der sie eine Gruppe bilden, die sich selbst bestätigt und verstärkt.

Die Täter mehrerer Gewaltangriffe gegen Juden laufen noch frei umher – der Angriff auf ein jüdisches Altersheim in München, der Paketbombenanschlag auf Heinz Galinski und der Sprengstoffanschlag auf dessen Grab, der Mord am Verleger Shlomo Lewin und seiner Lebensgefährtin Fride Poeschke, der Sprengtsoffanschlag auf ein Holocaust-Mahnmal in Berlin, der Bombenanschlag am S-Bahnhof Wehrhahn in Düsseldorf, der Anschlag auf das jüdische Restaurant in Chemnitz – und viele anderer mehr.

Für deutsche Richter reichen indes antisemitische Aussagen nicht zur Verurteilung – der Vorwurf, Antisemit zu sein, ist ein „schwerwiegender Vorwurf“ und ein „erheblicher Eingriff in das Persönlichkeitsrecht, er hat eine Prangerwirkung“ und darf daher nur bei Menschen, die in ihrem „ganzen Tun und Denken als Antisemiten einzustufen sind“ angewandt werden. Ein Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge, eine deutsche Synagoge, in der deutsche Juden beten, wird vom Gericht als „Reaktion auf israelische Politik“ anerkannt und milde bestraft.

Ganz anders als die Vorsicht bei Antisemiten – die Juden. Wir müssen uns immer wieder verteidigen, erklären, aufklären. Nach Schutz in der Gesellschaft suchen. Unsere Besonderheiten werden bestenfalls übersehen. Veranstaltungen zur Integration und über Antisemitismus finden ohne Bedacht am jüdischen Schabbat statt. Staatsarbeiten müssen am Jom Kippur geleistet werden, das Schächten wird verboten und verpönt, die Beschneidung wird mit einem Akt perfider Misshandlung verglichen. Nur bei Gelegenheiten, bei denen Muslime schlecht gemacht werden, wird plötzlich eine Einheit beschwört und von einer „Judeo-Christlichen Kultur“, die es nie gab, als angeblicher Gegenteil zum fremden Islam fabuliert.

Darüber hinaus müssen nicht die Antisemiten, sondern die Juden in Angst leben. Polizeieinheiten vor den Synagogen und bei Veranstaltungen, israelische Nationalmannschaften die nicht in offizieller Kleidung auf die Straße dürfen, Rabbiner die bespuckt, bedroht und geschlagen werden, jüdische Kinder, die in der Schule gemobbt und diskriminiert werden. Fünf Mal am Tag, jeden Tag, sieben Mal in der Woche, werden in Deutschland antisemitische Straftaten verübt.

Und dabei sind wir Juden nicht weniger Deutsch als alle Anderen. Gerade, dass wir uns tagtäglich, trotz allem, dafür entscheiden, hier zu leben, dass wir hier unsere Kinder in die Schule schicken, dass wir Deutsch sprechen und gesellschaftlich aktiv sind, sind Beweise dafür – falls diese nötig sind. Trotzdem glaubt die Hälfte der Nichtjuden nicht an die „Loyalität“ der Juden zu Deutschland. Vielmehr – es reicht nicht, deutscher Staatsbürger zu sein, oder hier geboren zu werden und Deutsch zu sprechen. Um als „echter Deutscher“ zu gelten, erfahren wir in den sozialen Meiden, darf man keinen Migrationshintergrund haben. Auch nicht in den vorherigen Generationen. Dieser Schwachsinn einer ethnischen Zugehörigkeit erinnert an die Zeiten der „Reinheit des Blutes“ aus Inquisition-Spanien, als den Altchristen die Neu-Christen nicht gefielen.

Kein Jude ist zufällig in Deutschland, es ist immer eine Entscheidung für das Land und für die deutsche Gesellschaft. Aber auch Deutsche wandern aus. Gerade Juden und gerade dann, wenn Gefahr droht. Das haben wir aus der Geschichte gelernt.

Wird sich Deutschland erst dann wirklich damit auseinandersetzen, wenn keine Juden mehr in Deutschland leben, wie Schneider verzweifelt vermutet? Bleibt es dabei, dass eine gewissenhafte Minderheit, eine Randgruppe wenn man will, an Mahnwachen und Gedenkstunden teilnimmt und sich betroffen fühlt? Oder werden die Deutschen wach und die Anfänge abwehren? Werden Richter und das deutsche Gesetz jede antisemitische Äußerung als solche anerkennen und sanktionieren? Werden Straftäter als solche wahrgenommen und deren Festnahme und Verurteilung konsequent durchgeführt? Werden Lügen und Verschwörungstheorien ohne Ausnahme als solche entlarvt und öffentlich gemacht?

Das bezweifle ich.

Dafür müsste die deutsche Gesellschaft sich grundlegend ändern. Es geht nämlich nicht nur um Antisemitismus und Juden. Auch das ist ein Symptom, Symptom eines tief verwurzeltes Problems: die Angst vorm Anderssein. Diese Angst schürt Vorurteile und Hass. Deshalb sind Muslimenhass und Aversion gegen Flüchtlinge immer ganz nah beim Antisemitismus. Es geht um das wir und um „die Anderen“.

Um es mit Karl Popper zu sagen: Wir müssen entscheiden, ob wir als Gesellschaft Sparta sind: geschlossen und abgeschottet gegen Veränderungen und Einflüsse, oder möchten wir Athen sein: offen, transparent und reformfähig. Das ist die Skala, die entscheidend ist für die Entwicklung der Gesellschaft in Deutschland aus ihren Fallen, hin zu einer wirklich solidarischen Gesellschaft – in der Antisemitismus sowie Rassismus und andere Diskriminierungen besiegt werden könnten.

Es geht um das Anderssein. Um die Angst, aufzufallen, nicht konform zu sein. Denn damit ist man in Deutschland „der Andere“. Der Andere ist immer ein unverstandener Fremder. Und vom Fremden zum Feind ist der Weg auch nicht lang. Vor Kurzem erst schrieb eine Redakrteurin der „Jüdischen Allgemeinen“ über ihren Ärger, von ihrer Umgebung als „anders“ beachtet zu werden, dabei sei sie doch genau so wie alle Anderen! Das sehe ich völlig anders. Natürlich sind wir unterschiedlich, und natürlich bin ich anders, in dem ich ein Jude bin. Wie könnte es anders sein? Um so zu sein wie Christen müsste ich mich selbst leugnen, meine Erziehung, meine Denkweise. Wozu sollte ich es tun?

Nein, ich freue mich anders zu sein als meine Nachbarn, und ich freue mich ein Deutscher zu sein, genau wie sie auch. Es ist ja der Pluralismus, der eine Gesellschaft lebendig, dynamisch und lebenswert macht. Es ist für mich eine Freude, Menschen zu treffen, die anders sind und mich mit ihnen – auf Deutsch – zu unterhalten. Ob sie katholisch oder evangelisch, muslimisch oder hinduistisch sind, ob homosexuell  oder einfach viel größer als ich, ja sogar weiblich  – sie sind alle anders als ich. Und sie sind interessant, und lehrreich.

Wir müssen lernen, dass unser Glauben vielleicht für uns ein Ideal darstellt, aber dass die Antworten, die für uns stimmen, nicht unbedingt für Andere auch stimmen. Durch Begegnung lernen wir dazu, können uns selbst neu betrachten und unser Weltbild immer wieder neu prüfen. Es ist vielleicht lästig und anstrengend, es macht uns aber kompletter und stärkt uns letztendlich.

Es ist kein Wunder, dass vor allem jüdischstämmige Philosphen und Soziologen sich mit dem Wesen des „Anderen“ beschäftigt haben, wie Popper, Martin Buber, Edmund Husserl und andere. Denn seit dem Mittelalter sind die Juden in Europa der Inbegriff des „Anderen“. Die Erfahrung, ein Anderer zu sein, und sich damit abzufinden, ist essentiell im europäischen Judentum. Dadurch entsteht ein Verständnis für andere „Andere“. Und ein Gefühl des Zusammenhaltens. Wir müssen lernen, den Anderen nicht als Fremden zu betrachten, sondern als Wegbegleitung. Als Ergänzung und als Gegengewicht. Viele heterogene Individuen erzeugen eine Starke Gruppe. Gerade die Unterschiede sind es, die uns als Gruppe stabiler und resistenter machen. Wir müssen es nur zulassen.

Wer es nicht sieht, sind diejenigen, die an Verschwörungen glauben und sich autoritäre Führer und strikte Regel wünschen. Sie sind es, die Hass schüren, weil sie Angst haben. Angst vor Änderung, Furcht vor der Wahl. Menschen, die nicht an Menschlichkeit glauben wollen und lieber einfache, karge Antworten fürs Leben haben möchten. Sie sind Sparta. Sie wollen sich dücken, abschotten und die Augen vor der Welt schließen. Sie möchten glauben, sie sind die Besten und die Einzigen. Deshalb haben sie nur Hass übrig für diejenigen, die das Gegenteil beweisen.

Vor siebzig Jahren entstand unser Grundgesetz. Es ist beileibe nicht perfekt, aber es wächst zusammen mit der Gesellschaft, ändert und verbessert sich. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieser deutsche Satz ist unnachahmlich – und stellt die Wasserscheide dar. Wer in Deutschland lebt und hinter diesem Satz steht, ist ein Teil von uns. Ein Teil von einem großen „Wir in Deutschland“. Ein Teil von Athen. Wer aber Menschen verachtet und Menschlichkeit verschmäht, wer Verbrechen übt und Andere verletzt, ist der Feind. Egal in welcher Farbe und woher sie kommen – sie sind diejenigen, die eine Gesellschaft abwehren sollte.

Wir müssen uns nun entscheiden, welches Deutschland wir haben wollen. Ein Deutschland der Vergangenheit, über Blut definiert, abgeschottet und gegen das Moderne, in der verbitterte Menschen leben, die besser als andere sein wollen, um von ihrer eigenen Leere und Versagen abzulenken?

Oder ein offenes Deutschland, in dem Pluralismus und Multikuturalismus positiv geladen sind, in dem Menschen leben, die alles tun zum Wohle aller? Es kann nicht beides geben, wir müssen entscheiden. Hier stehend, wissen wir, wozu ein altes Deutschland fähig ist. Hier ist der Ort und jetzt ist die Zeit, in der die Entscheidung am einfachsten ist.

________________________________________________________

 

MAHNWACHE

Der gestrige Anschlag in Halle an der Saale an Jom Kippur hat uns tief erschüttert. Wir sind entsetzt wegen dieser Geschehnisse.

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der willkürlich Getöteten, den Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde in Halle und allen Beteiligten, die das Erlebte nun verarbeiten müssen.

Wir sehen darin umso mehr eine Verpflichtung unserer Arbeit konsequent nachzugehen. Antisemitismus darf keinen Platz haben!

Um dem Ganzen auch nach außen hin ein Gesicht zu geben laden wir zu einer Mahnwache ein.
Sie findet heute (10.10.2019) am Platz der Synagoge (vor dem Aktiven Museum Südwestfalen), Obergraben 10, Siegen, um 17 Uhr statt.

Bitte lassen Sie alles stehen und liegen. Bringen Sie Verwandte, Freunde und Nachbarn mit. Kommen Sie vorbei!

Der WDR wird vor Ort sein. In der Lokalzeit wird heute Abend ein Bericht gesendet. Wir wollen nach außen zeigen, dass wir Viele sind und das wir das nicht dulden.

Bringen Sie bitte eine Kerze mit!

Herzlichen Dank für Ihr Kommen und SHALOM von Ihrer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland

 

________________________________________________________________

 

Studien- und Begegnungsreise nach Jerusalem und in unseren Partnerkreis Emek Hefer!

In der Zeit vom 27. Oktober bis zum 03. November 2019 möchten wir mit Ihnen die wohl interessanteste und spannendste Stadt erkunden, die man auf dieser Erde besuchen kann.

Öffnen Sie die Links und Sie erfahren, was wir geplant haben. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Programm Jerusalem mit Leistungsverzeichnis

Anmeldung

Allgemeine Geschäftsbedingungen

21.05.: Alle Plätze sind belegt. Eine Vormerkung auf der Warteliste ist möglich!

 

 

________________________________________________________________________

 

Hier geht es zum Halbjahresprogramm 1_19: Programm_CJZ_2019

Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie in der Rubrik Veranstaltungen unter den Reitern der einzelnen Monate des Jahres 2019.

 

___________________________________________________________________________

 

Studien- und Begegnungsreise nach Nürnberg

Freitag, 03. bis Sonntag, 05.05.

„Auf den Spuren nationalsozialistischer Vergangenheit und jüdischer Gegenwart“

2 ÜN m. F, teilw. Verpflegung, alle Transfers, viele Programm-Inklusivleistungen von der Fahrt über das ehem. Reichsparteitagsgelände bis zum Besuch der Israelitischen Kultusgemeinde, uvm.
Preis: DZ 319 € (bis 15.02.19), danach 349 €; EZ-Zuschlag 42 €
Anmeldeschluss: 15.03.19

 

Hier geht´s zum Flyer mit detaillierten Informationen:

Flyer Nürnberg Deckblatt

Flyer Reise Nürnberg Innenseite

 

___________________________________________________________________________

 

Wir wünschen allen eine schöne und erholsame Ferien- und Sommerzeit!
Unser Büro ist in der Zeit vom 08.08. bis 27.08.18 geschlossen!
Ab 28.08.18 sind wir wieder für Sie da!

___________________________________________________________________________

 

Erwachsenenaustausch mit Emek Hefer (Israel)
im Sommer/Herbst 2018
Gastgeber gesucht

Information für Mitarbeitende in Kindertageseinrichtungen

Für die Zeit vom 13. bis 20. Juli 2018 ist der Besuch israelischer Gäste aus dem Partnerkreis Emek Hefer im Kreis Siegen-Wittgenstein geplant. Gesucht werden Gastgeber aus Siegerland und Wittgenstein.

Sie sollten in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt sein und (nach Möglichkeit) Interesse daran haben in den Herbstferien (12. bis 19. Oktober) einer entsprechenden Einladung nach Israel zu folgen.
Neben dem Kennenlernen des Kreises Emek Hefer und der örtlichen Kita-Arbeit steht ein 2-tägiger Aufenthalt in Jerusalem, der Besuch der Stadt Caesarea und eines drusischen Dorfes auf dem Programm.

Die Kosten des Aufenthalts in Israel betragen ca. 1.000 €.

Während des Aufenthalts in Siegen werden wir die örtliche Kita-Arbeit (Theorie und Praxis), die Stadt Siegen und den Kreis Siegen-Wittgenstein näher kennenlernen. Außerdem steht eine Tagesfahrt nach Köln auf dem Programm.

Die Reise wird von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. organisiert und im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein durchgeführt.

Englischkenntnisse sind von Vorteil.

Interessenten können sich melden bei Frau Grindel, Tel. 0271-20100 oder unter
cjz.siegerland@t-online.de.

Sprechzeiten:
Montag                                              10-15 Uhr
Dienstag und Mittwoch                   8.30-12.30 Uhr
Donnerstag                                        11-17 Uhr

Wir freuen uns auf den Kontakt mit Ihnen!

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

 

02.08.18: Aktuell ist unsere Reisegruppe vollständig. Sie können sich aber gerne auf der Warteliste vormerken lassen! Telefonisch und persönlich erreichbar sind wir mittlerweile dienstags und donnerstags in der Zeit von 8.30 und 17 Uhr.

 

 

___________________________________________________________________________

 

Wir wünschen allen eine schöne Weihnachts- und Chanukkazeit und freuen uns darauf viele facettenreiche Veranstaltungen im Jahr 2018 mit Ihnen erleben zu dürfen! Informationen darüber werden in den nächsten Wochen eingestellt. Lassen Sie sich überraschen!

Kommen Sie gesund und munter ins Neue Jahr!   🙂
Auf bald!

 

 

 

________________________________________________________________________________________________

NACHRUF

Klaus Dietermann ist am 14. August 2017 an einer schweren Krankheit verstorben.

Mit ihm verlieren die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V. und der Verein Aktives Museum Südwestfalen eine überaus wichtige und prägende Persönlichkeit. Klaus Dietermann hat sich um beide Vereine verdient gemacht.
Ihm verdanken wir die Erforschung der lange verschwiegenen Geschichte des Nationalsozialismus im Siegerland. Er stellte den Kontakt zu den Überlebenden des Holocaust her und hielt freundschaftliche Verbindungen. Er initiierte die Einrichtung des Aktiven Museums Südwestfalen an der Stelle der ehemaligen Synagoge der vernichteten jüdischen Gemeinde in Siegen.
Wir bedauern, dass er die Erweiterung seines Museums nicht mehr erleben kann.

Wir werden die Arbeit in seinem Sinne fortsetzen.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.
Aktives Museum Südwestfalen e.V.

Siegen, den 29. August 2017