November 2018

Unsere Veranstaltungen im November 2018

 

Dienstag, 06.11., 18.30 Uhr
Verschwörungstheorien – New World Order, Chemtrails und Holocaustleugnung
Wie antisemitische Verschwörungsmythen die Welt verklären


Vortrag von Jan Rathje (Amadeu-Antonio-Stiftung, Hannover)
Verschwörungserzählungen begleiten auch die aktuellen Krisen. Als „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ Vorwürfe begegnet man ihnen auf Demonstrationen der aktuellen rechtsextremen Bewegungen, in ihren „alternativen“ Medien und den Sozialen Netzwerken. Die Anhängerinnen und Anhänger von Verschwörungsideologien und –mythen machen auf diese Weise deutlich, dass es sich bei den zugrundeliegenden Erzählungen eben nicht ausschließlich um Unterhaltung handelt. Antidemokratische Inhalte sind mitunter kennzeichnend. Demokratisches Gedankengut wird häufig in Frage gestellt. Dabei besteht eine enge Wesensverwandtschaft zum Antisemitismus.
                                                                                                                                                                                            (Text: Referent)

Ort: Katholische Hochschulgemeinde Siegen, Häutebachweg 5, Siegen

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Donnerstag, 08.11., 18.30 Uhr
Linker Antisemitismus


Vortrag von Dr. Stephan Grigat (Wien)
Sind Spekulanten „Heuschrecken“? Und betreibt Israel eine „Vernichtungspolitik gegen die Palästinenser“? Oder zeigt sich in solchen Aussagen, dass die linksgerichtete Öffentlichkeit nicht nur eine antisemitische Schlagseite hat, sondern in einigen ihrer Ausprägungen ein handfestes Antisemitismusproblem? Der Vortrag soll zeigen, inwiefern bestimmte Formen des Antikapitalismus den Antisemitismus befördern, wie er sich im Hass auf den jüdischen Staat und in der Kollaboration mit dem Islamismus darstellt, wie sich die linksgerichtete Öffentlichkeit gegenüber dem Antisemitismus historisch positioniert hat und warum die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx notwendig ist.                                                                                                                                                                              (Text: Referent)

Ort: Vortragsraum der VHS, R 1.05, KrönchenCenter, Markt 25, Siegen

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Freitag, 09.11., 16 Uhr
Gedenkstunde am Platz der Synagoge


Ansprachen: Bürgermeister Steffen Mues und Yoni Scherzer (Emek Hefer, Israel)
Kaddisch: Alon Sander
Beteiligung israelischer SchülerInnen aus dem Kreis Emek Hefer

Ort: Platz der Synagoge, Obergraben 10, Siegen

Mitveranstalter: Aktives Museum Südwestfalen e.V.

 

Ab 18 Uhr
Szenische Aufführung „Familie Frank aus Weidenau“
Rathaus Siegen, Markt 2
Junges Theater Siegen e.V.

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Montag, 12.11., 18.30 Uhr
Die unheimliche Popularität der Israelkritik


Vortrag von Alex Feuerherdt (Köln)
27,9 Prozent der Deutschen vertreten einer Umfrage zufolge die Ansicht: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ Genauso viele glauben: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Gar 40 Prozent meinen: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ Als sich Israel im Sommer 2014 einmal mehr gegen den Raketenterror der Hamas verteidigen musste, kam es in deutschen Städten zu großen Aufmärschen, auf denen Parolen wie „Kindermörder Israel“ und „Jude, Jude, feiges Schwein“ gerufen wurde und es zu tätlichen Angriffen auf Gegendemonstranten kam. Die Polizei griff zumeist nicht ein.In deutschen Schulbüchern für das Unterrichtsfach Geschichte finden sich Sätze wie: „Israel stellt tagtäglich seine Überlegenheit als Besatzungsmacht demonstrativ zur Schau, indem es palästinensische Häuser zerstört, palästinensischen Grund und Boden beschlagnahmt, die Palästinenser demütigt und ihnen unmenschliches Leid zufügt.“ Sowohl die NPD als auch die Grünen – die sich sonst spinnefeind sind – reichten parlamentarische Anträge ein, in denen eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus den israelischen Siedlungen gefordert wurde. Die EU-Kommission hat diese Kennzeichnungspflicht inzwischen beschlossen; sie gilt ausschließlich für israelische Erzeugnisse. Deutsche Medien veröffentlichen Karikaturen, die den israelischen Premierminister als Giftmischer zeigen, und auf Spiegel Online steht zu lesen, er führe „die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs“. Die sogenannte Israelkritik ist populär – man könnte sagen: geradezu unheimlich populär –, in der Bevölkerung, in der Politik, in den Medien. Zwar versäumt es kaum jemand, Israel mit großer Geste ein Existenzrecht zuzusprechen – doch in der Praxis bleibt davon nicht viel übrig, wenn dem jüdischen Staat de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen Angriffe zur Wehr zu setzen. Aber warum ist das so? Was treibt die „Israelkritiker“ an? Und was wollen sie erreichen?                                                                                                                               (Text: Referent)

Ort: Gemeindehaus ev. Martini-Kirchengemeinde; St.-Johann-Straße 7, Siegen

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Mittwoch, 14.11., 9 bis 17 Uhr
„Antisemitismus in der Schule“ – ganztägige LehrerInnenfortbildung


Referenten: Manfred Levy und Dr. Türkân Kanbicak pädag. Zentrum des Fritz-Bauer-Instituts Frankfurt a.M.

Anmeldung unter cjz.siegen@t-online.de erforderlich!
Anmeldeschluss: 07.11.2018.
Kostenbeitrag: 10 €

Ort: Ev. Gemeindezentrum
Rödgen, Rödgener Str. 109a, Wilnsdorf

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Donnerstag, 22.11., 19 Uhr
Im Einsatz für individuelle/soziale Menschenrechte und kulturelle Autonomie des Jüdischen Volkes
Die Geschichte des „Jüdischen Arbeiterbundes“


Vortrag von Peter Schmöle (Köln)
Der „Allgemeine jüdische Arbeiterbund“ (Bund) entstand aus den jüdischen Gilden und Handwerksvereinen die unter elenden Bedingungen in Osteuropa lebten. Ganze Familien teilten sich ein Bett, die anderen schliefen auf Fußböden, litten Hunger und waren in Lumpen gekleidet. In politischen und wirtschaftlichen Krisensituationen hetzten die zaristischen Regierungen die Bevölkerung zu Pogromen auf. Die Juden Osteuropas durften sich nur in bestimmten Gebieten ansiedeln, die Berufswahl war eingeschränkt. Sie wurden doppelt diskriminiert als „Juden und Arbeiter“.

Die jüdischen Handwerker schlossen sich zusammen, gründeten Hilfskassen und Gewerkschaften und eine politische Partei die zeitweise innerhalb und außerhalb der Sozialdemokratischen Partei Russlands arbeitete, Streiks und Demonstrationen organisierte und eine eigene Kultur (Musik, Theater und Literatur) entwickelte. Die „jiddische“ Sprache wurde als verbindendes Element eingesetzt.

Diese Welt wurde durch den deutschen Faschismus zerstört. An sie zu erinnern, dazu soll dieser Vortrag einen Beitrag leisten.                                                                                                                                                                   (Text: Referent)

Ort: Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs im KrönchenCenter, Markt 25, Siegen