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Gedenkstunde zur Reichspogromnacht und virtuelle Rekonstruktion der Synagoge Siegen

Dienstag, 09.11.21, 17.00 bis 21.30 Uhr

Veranstaltungsort: Obergraben 10, Siegen (Aktives Museum Südwestfalen)

 

                                                                                                                                                                                                            Quelle: Gabriela von Seltmann

 

Sie haben richtig gelesen. Die Siegener Gedenkstunde zur Reichspogromnacht findet in diesem Jahr nicht, wie sonst üblich, am 10.11. (also am Tag der Zerstörung der Siegener Synagoge), sondern am 09.11., dem offiziellen Gedenktag, statt. Auch weichen wir von der üblichen Uhrzeit ab und beginnen erst um 17 Uhr.

Willkürlich verlegt man natürlich keine wichtigen Termine, außer es gibt dafür wichtige Gründe. Diese haben wir!

Die Gedenkstunde und insbesondere die im Anschluss daran stattfindende Veranstaltung „virtuelle Synagoge Siegen“ sind eines der Leuchtturmprojekte, die im Rahmen der Feierlichkeiten „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ stattfinden. In diesem Zusammenhang schien uns der 09.11. das passendere Datum zu sein. Die spätere Uhrzeit ergibt sich aus der Tatsache, dass man für eine wirkungsvolle Projektion Dunkelheit bzw. zumindest Dämmerung benötigt.

Soviel zur Erklärung der geänderten Daten, aber wohl auch, um eine gewisse Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Wir möchten natürlich vermeiden, dass Sie erst einen Tag später zum Gedenken erscheinen! 😉

Was geschieht an diesem Tag nun genau?

Zunächst findet die Gedenkstunde statt. Werner Stettner (kath. Vorsitzender der CJZ) begrüßt und moderiert die Veranstaltung. Uwe von Seltmann (Co-Projektkoordinator des Projekts „virtuelle Synagoge“) hält die Gedenkrede. Schülerinnen und Schüler der Freien Christlichen Schule Kaan-Marienborn beteiligen sich mit einem Beitrag und Allon Sander (jüd. Vorsitzender der CJZ) spricht das Kaddisch (Totengebet). Zudem haben sich Landrat Andreas Müller, Bürgermeister Steffen Mues und der CEO Amit Ben Zvi aus Emek Hefer (Israel) angekündigt, um ein Grußwort zu sprechen.

Im Anschluss daran informiert Gabriela von Seltmann (Multi-Media-Künstlerin und Projektkoordinatorin) über das Projekt – die Idee dahinter, den Ablauf der folgenden Veranstaltung.

Ab 18 Uhr werden dann zwei mehrminütige Filme im Wechsel bis 21.30 Uhr zu sehen sein.
Im ersten Film wird u.a. die Siegner Synagoge, die von 1904 bis 1938 am Veranstaltungsort gestanden hat, in 3D-Optik an die Außenwand des sich nun dort befindlichen Hochbunkers illuminiert, gezeigt. Bislang ist es das erste Mal, dass so etwas in Deutschland zu sehen ist.
2018 gab es ein ähnliches Projekt in Warschau, das auch von Gabriela von Seltmann initiiert wurde. Dort war ein Film über die ehemalige Große Synagoge von Warschau zu sehen.
Die Siegener Besucherinnen und Besucher werden auch diesen Film gezeigt bekommen, im Wechsel mit der Siegener Projektion.

Auf diese Weise entsteht übrigens auch eine deutsch-polnische, ja internationale Verbindung.

Gabriela von Seltmann ist selbst Polin. Teile ihrer Verwandtschaft wurden im KZ von Auschwitz umgebracht. Verheiratet ist sie mit dem aus Hilchenbach-Müsen stammenden Uwe von Seltmann.
Unterstützt wurde die Filmproduktion von einem internationalen Team, mit dem Gabi und Uwe in den vergangenen eineinhalb Jahren projektbezogen zusammengearbeitet haben. Wir als CJZ Siegerland sind die Projektverantwortlichen in Deutschland/Siegen und haben dafür gesorgt, dass ausreichend Fördermittel (insgesamt ca. 70.000 €) zur Verfügung stehen und dass der organisatorische Rahmen vor Ort erfüllt wird.
Ein komplexes Projekt das auf vielfältige Weise zeigt, dass Verständigung, Freundschaft und sogar Liebe, auch trotz dunkler Vergangenheit, möglich ist!

Wir freuen uns sehr darauf, dass wir die Siegener Synagoge damit (wenn auch nur virtuell) ins Gedächtnis der Besucherinnen und Besucher rufen können. Möge dieses Projekt eine Anregung dazu sein über ehemaliges jüdisches Leben in Siegen nachzudenken und auch ein Gedankenanstoß dafür sein sich über das Leben der Juden im heutigen Deutschland zu informieren und damit auseinander zu setzen!!!

Übrigens: Wenn das vor Ort befindliche Aktive Museum Südwestfalen, als Siegener Erinnerungs- und Gedenkort, in den nächsten Monaten wieder seine Pforten öffnen wird, dann wird sich der Film über die Siegener Synagoge in der neu entstehenden Ausstellung wiederfinden und dauerhaft zur Verfügung stehen.

Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern.
Insbesondere ist hier der Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e. V.“ zu nennen. Von dort kommt der maßgeblichste Teil der finanziellen Unterstützung. Aber auch der Kreis Siegen-Wittgenstein, die Stadt Siegen und die Sparkasse Siegen haben nicht gezögert finanzielle Unterstützung zu leisten und bei der Werbung für die Veranstaltung mit zu tragen.
Nur auf diese Weise können solche Großprojekte gelingen. Danke, dass das möglich wurde!

Bei Fragen können Sie uns gerne unter cjz.siegen@t-online.de kontaktieren.
Gerne können Sie aber auch einen Blick auf die eigens für das Projekt entstandene Homepage werfen. Unter www.syngagoge-siegen.de finden Sie z.B. detaillierte Informationen über das Projekt, über jüdisches Leben in Siegen, das z.B. auch als Unterrichtsmaterial (ggf. für die Vorbereitung eines Besuchs mit Ihrer Schulklasse) eingesetzt werden kann und auch über die Projektbeteiligten.

Hier geht´s zum Plakat und zum Flyer über die Veranstaltung:

Plakat

Flyer Projekt virtuelle Synagoge Siegen

Gerne können Sie diese Materialien virtuell oder als Druck weiter verbreiten! Herzlichen Dank dafür!

Wir sehen uns am 09.11., in der Zeit zwischen 17 und 21.30 Uhr?
Wir freuen uns auf Sie!

PS: Ab 18 Uhr wird die Veranstaltung live über unseren YouTube-Kanal übertragen. Eine gute Möglichkeit für alle, die nicht vor Ort sein können!!! Hier der Link: https://youtu.be/G6MA6_Yk9dA .

 

Update 18.10.21:
Laut der aktuellen Coronaschutzverordnung (gültig bis 29.10.21) ist der Zugang zur Veranstaltung mittlerweile von allen Seiten möglich! Im Flyer und auf den Plakaten wurde dies noch anders bekannt gegeben. Die Drucklegung der Daten liegt schon längere Zeit zurück.
Das Tragen einer medizinischen Maske und die Einhaltung des Mindestabstands werden empfohlen!

Wir hoffen (bzw. gehen davon aus), dass die ab 30.10.21 gültige Verordnung ähnliche Freiheiten zulässt. Sollte das nicht der Fall sein, dann teilen wir das an dieser Stelle mit!

 

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