Veranstaltungen 2020

Februar 2020

Unsere Veranstaltungen im Februar 2020

Sonntag, 09.02., 15 Uhr 

„O! die Gaben, die ich habe, hat man nicht umsonst!“
Leben und Werk von Rahel Levin Varnhagen (1771-1833)

erzählt von Dr. Marlies Obier (Vortrag) und Werner Stettner (Rezitation)

Ort: Café Cucú, Hinterstr. 21 Siegen

 

 

Es war die Romantik, die Briefe als ihre besondere literarische, wie persönliche Lebens – Hinterlassenschaft schätzte.
Der lebendige Atem des Sprechens zog damit in das Schreiben ein, und eine Biografie wuchs zum Organismus aus Begegnungen.
Rahel Levin Varnhagens Briefe sind die literarische Fortsetzung ihres berühmten Berliner Salon – Gespräches. Dort trat mit den Menschen, die ihre Gäste waren, die ganze Welt durch die geöffneten Türen des Hauses ein. Weite und Offenheit waren im Salon gegen die persönlich erfahrene Enge als Frau und Jüdin ihrer Zeit gesetzt.
Nicht mehr Mann oder Frau, nicht mehr Jude oder Christ, nicht mehr Adliger oder Bürger – in ihrem Salon wurde die Vision bereits gelebt, dass einzig die Persönlichkeit eines Menschen zählt.

Text: Dr. Marlies Obier

________________________________________________________________________

Dienstag, 18.02., 19.30 Uhr  

Die letzte Freiheit des Menschen – seine Haltung in jeder Situation selbst zu wählen –
Was ist jüdisch an der Existenzanalyse Viktor Frankls?

Referent: Bernward Teuwsen, Logotherapeut, Judaist, Dipl. Theologe

Ort: Haus der Kirche, Burgstraße 21, Siegen

 

Mitveranstalter: Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Siegen
Psychotherapie vom Geiste her, so formuliert Viktor Frankl seinen Ansatz. In seiner Logotherapie gehe es um das Bewusstmachen von spezifisch menschlichen Eigenschaften. Diese zeigen sich für Frankl in den Fähigkeiten, in denen sich kein Mensch durch einen anderen vertreten lassen kann: nämlich in seinem Freisein zu etwas und seinem Verantwortlichsein für etwas. So setzt er an die Stelle des Willens zur Lust und des Willens zur Macht, den Willen zum Sinn als primäre Motivationskraft des Menschen. Logotherapie sei daher Überzeugungsarbeit hin zu einer lebensbejahenden Haltung. Hier stoßen wir auf Grundhaltungen der Jüdischkeit. Es geht nicht um eine Religion, sondern um eine verantwortete Haltung zum Mensch-sein, zum Mensch-werden.

Text: Bernward Teuwsen