Oktober 2026

Unsere Veranstaltungen im Oktober 2026

Sonntag, 04.10., 17 Uhr

© Oliver Vrankovic

Israelische Realitäten nach dem 7. Oktober 2023
Vortrag und Diskussion mit Oliver Vrankovic (Tel Aviv)

Der Terrorangriff vom 7. Oktober hat Israel tief erschüttert: Das Sicherheitsversprechen des Staates wurde infrage gestellt, gesellschaftliche Traumata wurden neu aktiviert und zentrale politische Überzeugungen gerieten ins Wanken.
Der Vortrag mit anschließendem Austausch beleuchtet insbesondere die Krise des israelischen Friedenslagers und der linkszionistischen Ideologien: Was hat der 7. Oktober verändert – und was bleibt? Zugleich wird die Frage nach einem möglichen Neuanfang für die israelische Gesellschaft diskutiert, die zwischen Trauma, Spaltung und neuen geopolitischen Realitäten steht. Auch verbreitete Deutungen in deutschen Medien und Politik werden kritisch hinterfragt.
Oliver Vrankovic berichtet aus persönlicher Nähe: Er stand in engem Austausch mit Angehörigen von Geiseln und gibt Einblicke in die Protestbewegung, ihre Entwicklung und ihre politischen Spannungen.

Die Veranstaltung findet bei der kefb Südwestfalen, Geschäftsstelle Olpe, Seminarraum, Bruchstr. 53, in Olpe statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Zusammen mit der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Südwestfalen laden wir herzlich zum Besuch der Veranstaltung ein.

 

Mittwoch, 07.10., 19 Uhr

„A Letter to David“
Ein Film von Tom Shoval (2025, OmU, FSK 12, 74 Minuten)

Mit „A Letter to David” (hebr. Michtav Le’David) kehrt Regisseur Tom Shoval mit einem zutiefst bewegenden, persönlichen Dokumentarfilm auf die internationale Bühne zurück. Im Zentrum steht David Cunio, einer der Zwillingsbrüder, die 2013 Shovals gefeiertes Spielfilmdebüt Youth (Berlinale Panorama) prägten – eine Geschichte über zwei Brüder, die aus Verzweiflung eine Entführung begehen. Heute ist das Thema keine Fiktion mehr.
Am 7. Oktober 2023 wird David Cunio gemeinsam mit seiner Familie von Hamas-Terroristen aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt. Seine Frau und die kleinen Töchter kommen nach 52 Tagen frei, David hingegen erst am 13. Oktober 2025.
Shoval, langjähriger Weggefährte der Brüder, antwortet mit einem filmischen Essay – einem Brief an einen Freund, einen Schauspieler, einen Bruder. Dabei verwebt er auf berührende Weise Archivaufnahmen, unveröffentlichtes Behind-the-Scenes-Material aus Youth, Homevideos, Erinnerungen der Familie Cunio und Interviews mit Davids Zwillingsbruder Eitan, der in Israel auf seine Rückkehr wartet.
Was entsteht, ist ein multiperspektivisches Erinnerungsbild – eine eindringliche Reflexion über das fragile Zusammenspiel von Realität und Fiktion, über Krieg, Trauma und die unaufhörliche Sehnsucht nach Normalität.
Die filmische Reise beginnt mit den ersten Casting-Aufnahmen der Brüder – junge Männer, mit stiller Präsenz, Verbundenheit und einer unbeschwerten Neugier fürs Leben. Der Film dokumentiert ihre gemeinsame Entwicklung, von Jugendlichen mit Filmambitionen zu Vätern und Ehemännern – und konfrontiert diese Vergangenheit mit der zerstörten Gegenwart ihres Heimatorts Nir Oz, einem der am härtesten getroffenen Orte des Massakers vom 7. Oktober.
Doch „A Letter to David” ist mehr als ein Porträt eines Entführten. Es ist ein zutiefst menschlicher, politisch aufgeladener Appell gegen das Vergessen, ein Gedenken an alle Geiseln und Opfer dieses Krieges – in Gaza wie in Israel – und ein filmisches Mahnmal gegen die Brutalisierung der Realität. (Text: https://mindjazz-pictures.de/filme/a-letter-to-david/)
Die Filmvorführung findet im Viktoria-Kino, Bernhard-Weiss-Platz 6, in Hilchenbach-Dahlbruch statt. Die Tickets kosten 6,00 € und können online über das Viktoria-Kino oder aber direkt im Kino erworben werden. Der Film wird in der Originalsprache Hebräisch gezeigt, mit deutschem Untertitel.
Einen Trailer finden Sie hier: https://www.viktoria-kino.de/de/specials/21756