Unsere Veranstaltungen im Juni 2026
Sonntag, 07.06., 17 Uhr
Verheißenes Land der Juden, Heiliges Land der Christen und die Al-Aqsa der Muslime
Vortrag von Prof. Dr. Christian M. Rutishauser SJ (Leiter des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung, Universität Luzern) und Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille 2026

Das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023, der darauffolgende Gazakrieg und die Bedrohung Israels durch Iran und seine Verbündeten, hat im Westen zu einem Anstieg des Antisemitismus geführt und die jüdisch-christliche Beziehung weltweit herausgefordert. Emotional und oft in Schwarz-Weiß-Kategorien wird über den Nahostkonflikt debattiert. Warum bewegt Israel/Palästina die Menschen weltweit? Welche Funktion spielen die Religionen im politischen Konflikt? Wie lautet die Geschichte, die zum gegenwärtigen Zustand geführt hat? Was kann die christliche Theologie zu Land und Staat heute sagen?Auf diese komplexen Fragen will der Vortrag einige Schlaglichter werfen. Er will Perspektiven eröffnen, um die Situation vertieft zu verstehen und Orientierungshilfen anbieten, um sich ein differenziertes Urteil zu bilden – als Bürger und Bürgerinnen westlicher Demokratien aber auch aus christlicher Perspektive.
Die Veranstaltung findet im Pfarrheim St. Peter und Paul, Kreutzstraße 10, in Siegen statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Die Veranstaltung findet als Kooperation der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e. V. mit der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Südwestfalen statt.
Donnerstag, 11.06., 19 Uhr
„Die Toten können nicht erzählen, die Überlebenden schon“
Digitales Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Dr. Michaela Vidláková
Dr. Michaela Vidláková wurde 1936 in Prag in eine jüdische Familie geboren. Schon früh erlebte Sie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten deportierten sie zusammen mit ihrer Familie kurz vor ihrem 6. Geburtstag nach Theresienstadt. Die Familie überlebte nur mit Glück.
Dr. Michaela Vidláková hat den Kreis Siegen-Wittgenstein in den vergangenen zwei Jahrzehnten etliche Male besucht. Altersbedingt kann sie leider nicht mehr persönlich nach Siegen kommen.
Zusammen mit dem Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein e. V. und der Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein laden wir daher für Donnerstag, 11.06., um 19 Uhr zu einem öffentlichen digitalen Zeitzeugengespräch mit Frau Vidláková via Zoom ein. Die Teilnahme ist kostenfrei und von zu Hause aus möglich. Eine vorherige Anmeldung per E-Mail an cjz.siegen@t-online.de bis zum 04.06.26 ist zwingend erforderlich. Der Link zur Teilnahme wird erst nach der Anmeldung verschickt.
In der Woche vom 08.06. bis 12.06. hält Frau Vidláková zudem mehrere Online-Vorträge via Zoom nicht-öffentlich an Schulen in der Region. Im vergangenen Jahr hörten etwa 600 Schüler:innen ihre Lebensgeschichte und wurden somit zu „Zweitzeug:innen“ gegen das Vergessen. In Zeiten eines zunehmenden Rechtradikalismus, Populismus und Antisemitismus ist es besonders wichtig, gerade auch junge Menschen über die historische Dimension des Holocaust zu informieren. Diese Aufgabe nimmt Frau Vidláková bereits seit Jahrzehnten wahr.
Sonntag, 14.06., 16 Uhr
„Der Tiger kämpft“ – Kurt Tucholsky (1890 in Berlin geboren, 1935 in seinem Exil in Göteborg, Schweden, gestorben)
Vortrag und Lesung von Dr. Marlies Obier und Werner Stettner

Kurt Tucholsky hatte als Schriftsteller und Publizist fünf Namen: Die Pseudonyme Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger, Peter Panter und seinen eigenen, Kurt Tucholsky. In ihrer Vielfalt konnte er alles schreiben, was für ihn von Bedeutung war. Als Schriftsteller wurde sein bekanntes Buch „Schloss Gripsholm. Eine Sommergeschichte“, Berlin 1931, sein größter Erfolg. Als Publizist war für ihn seine lange Arbeit für die Weltbühne, für die er schon vor seiner Leitung 1926 schrieb, wesentlich. Er schrieb: Dem im Jahre 1926 verstorbenen Herausgeber der Weltbühne Siegfried Jacobsohn, verdankt Tucholsky alles, was er geworden ist.
Kurt Tucholskys schreibender Kampf in der Weimarer Republik galt dem Bestand der jungen Demokratie, die er gegen ihre vielen Feinde verteidigte. Er bot alle seine Namen auf, um ihren alten und neuen Feinden entgegenzutreten. Den Tiger im Käfig hatte er einmal beschrieben: Hinter den dicken Stäben meiner Ideale/ Lauf ich von einer Wand zur andern Wand…Die Gefangenschaft war abgeschafft und der Tiger kämpfte, dass sie nie wieder zurückkehren sollte!
(Text: Dr. Marlies Obier)
Die Veranstaltung findet als Kooperation der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland mit dem Aktiven Museum Südwestfalen statt. Veranstaltungsort ist das Aktive Museum Südwestfalen, Obergraben 10, in Siegen. Der Eintritt ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.